Archiv der Kategorie: Allgemein

Reviver

Und nachm Aufstehen und Fresse-auskehren, sehen: ich seh ja irgendwie aus, als hätte ich in ‘ne Steckdose gepackt.. Also mit der Hand nochma durch die Haare wuschen, damit es wenigstens den Assi-Steckdosenlook Style hat und stelle fest: jetzt seh’ ich wieder aus wie ich. Aber dann steh ich erstmal vor dem Spiegel und begutachte mich eine Weile – mach ich irgendwie zu selten. Mich selbst so direkt ansehen und mir dabei sogar selbst in die Augen zu sehen.
“Wenn du nicht lächelst oder so, sieht man dir an, dass du echt viel durch hast. Du siehst müde und erschöpft aus. Manchmal auch ein bisschen traurig.”, hatte sie gesagt.

Und so steh ich heute vor dem Spiegel und mustere mein Gesicht, frag mein Spiegelbild im Stillen: und, bist du traurig? – aber es antwortet mir nicht.
Das Einzige was ich sehe ist ‘n Kerl, der nicht akzeptieren kann noch will, dass das alles gewesen sein soll. ‘N Kerl, der sein Leben zurückhaben will.
‘n Kerl, dessen Leben in den ersten 13 Jahren seines Daseins durch Gewalt, Angst, Hass, Trauer und Missbrauch gekennzeichnet wurde und dies sich lückenlos mit, bis jetzt, 13 Jahren Krankheit und dem Kampf um sein Leben, seinen Körper, sein Wesen und seinen Charakter ausgetauscht hat.
Irgendwann hatte er sich mal geschworen, das Leben zerbricht ihn nicht. Damals stand er fast heulend vor dem Spiegel um diesen in Hass zu zerschlagen und damit seine Hand direkt mit. Aber eigentlich hatte er und seine Seele, wie sein Leben schon bevor er 15 war in Scherben vor seinen Füßen gelegen und er wundert sich bis heute, wie er es eigentlich geschafft hat seine Splitter nie zu verlieren, sondern eher, wenn auch ziemlich amateurhaft, immer wieder irgendwie zusammen zu kleben.

Er hatte damals mit Panzerband seinen linken Stiefel geklebt, weil die Sohle sich vorn schon löste. Genauso schäbig reparierte er immer wieder mal mit Panzerband und Spacks, Nägeln, Tackernadeln und Pflastern seine Seele und sein Herz.
Er hat nie vergessen wie man lacht.
Der Typ im Spiegel ist gar nich so kaputt. Nur ziemlich ramponiert – aber das ist okay.
Und er hatte mal zu ihr gesagt: “Mir is vor Kurzem erst aufgefallen, mein Leben hat nur 2 Grundpfeiler, alles andere sind nur Dinge die halt passiert sind. Aber eigentlich hat sich die eine Scheiße mit der anderen Abgeklatscht und ich wollte eigentlich nur irgendwann mal ein schönes Leben. Ein gutes Leben. Ein Leben, in dem man gern lebt..”
Und er sagte ihr: “Genaugenommen bin ich nie klargekommen – früher konnte ich nur laufen, aber wirklich klar kam ich nie.”

“Man kann nur versuchen irgendwie klarzukommen, nicht klar kommen oder so gar nicht klar kommen. Irgendwie klarkommen schließt ein in der Lage zu sein, alles auszublenden und sich nicht permanent damit beschäftigen zu müssen – geistig oder seelisch. Wenn das nicht geht betäubt man sich und wenn auch das nicht mehr hilft, dann bringt man sich um.”

Und dieser Typ im Spiegel, der hat schon oft mit dem Gedanken gespielt, sich für letztere Option zu entscheiden. Und er hat’s n paar mal versucht und hat sich die meiste Zeit bewusst gerichtet in der Hoffnung, sein Körper packts einfach nich mehr und dann hat‘s sich erledigt, ohne das so bewusst zu wissen wie heute. Aber vllt hat er das nie so ganz übers Herz gebracht, weil er sich und eigentlich mir einst mal geschworen hat, dass uns nichts und vor allem auch das Leben nicht zerbricht.
Zwar hängt hier alles in Fetzen und ist einiges mal zerbrochen und mühevoll und ungekonnt wieder zusammengesetzt worden … gemütlich ist es aber dennoch – oder gerade deswegen – trotzdem hier.

Der Kerl, der mir aus dem Spiegel entgegen sieht, war immer der Kerl, der im Leben aufs Ganze ging, zumeist volles Risiko.. war der, den ich immer mal wieder gesucht hab und manchmal dachte, dass ich ihn nie wieder finde und ihn deswegen zeitweise fast schon hasste – denn auf wen soll man sich denn sonst noch verlassen, wenn man sich nicht mal mehr auf sich selbst verlassen kann?
Das war der Typ, der zu den Schlimmsten meiner Lebenslagen gerade und vor mir stand, wie ein Schild.
Dass ist der Kerl, der mein Leben für mich wegsteckt, als wäre es nichts. Der lacht, wenn ich weine.

Ich dachte oft, ich sei der Typ im Spiegel, aber je mehr ich nachdenke fällt mir mittlerweile auf: der Typ im Spiegel ist nur mein Schild – meine rechte Hand. Der, der übernimmt, sobalds schwer für mich wird. Der, der mich ablöst. Der der mich immer wappnet und der, der für mich kämpft. Ich bin das “Weichei”, das Kind, das nicht erwachsen wird und auch nicht erwachsen werden will.. Das nicht loslassen kann – nichts und niemanden, das Kind , das ihn immer mit seiner Quengelei nervte. Ich bin der vor dem Glas, nicht in oder hinter dem Glas. Und soviel zerbrechlicher als er.

Und gerade frag ich ihn, ob er denn traurig ist, aber er antwortet mir nicht.
Also frag ich mich, ob ich denn traurig bin und kenn die Antwort eh schon.

Ich bin manchmal traurig aber nicht immer. Mein Herz ist manchmal schwer, aber nicht immer.

Es gab ne Zeit, da sprach ich gar nich und mit kaum wen. Es gab ne Zeit, da hab ich gern mit Leuten geredet aber nicht viel. Nur manchmal über manche Sachen.
Dann gabs ne Zeit, in der war’s mir irgendwie zu blöd mit anderen zu reden.
Dann gabs wieder ne Zeit wo ich es doch an sich ganz gern tat – weil ich Menschen kennenlernen will. Weil ich denke, das so ziemlich jeder ganz großartig ist oder sein kann. Dass jeder interessant ist, auf seine eigene Weise.
Mittlerweile stelle ich wieder für mich fest, reden ist sinnlos und ermüdent, weil Menschen sinnlose und ermüdende Dinge tun und sagen nur um sie gesagt zu haben und nur um ganz ‘schlau’ zu wirken, um sich zuspruch abzuholen, denen sie sich am Ende auch nur selbst geben können, aber scheinbar nicht geben wollen.
Menschen waren schon immer irgendwie unverständlich für mich. Ich versteh sie nicht und der Kerl im Spiegel auch nicht – vllt ist er wirklich müde, erschöpft und etwas traurig. Immerhin ist er ja ich.
Und ich bin es.

Müde, erschöpft und etwas traurig.

Mit 14/15 schrieb ich mal, damals noch mit Hand auf irgendwelche Papiere, wo weiß Gott was alles drauf stand, dass ich verlebt bin.
Und das kann ich heute auch schreiben – ich bin irgendwie verlebt. Glaub ich.
Aber dass is okay… solang ich meinen “LEIDER GEIL” Stempel endlich auf das Bild gestempelt bekomme.

Ich liebe diese Choreo und ich starre IMMER wie hypnotisiert diesen Typen in der weißen Hose und/oder, wie einst erwähnt, die beiden Backgroundtänzer (Mann und Frau) an, als wäre ich besessen – einfach nur weil die 3 so ein megageiles Körpergefühl haben. UND ICH WILL AUCH!!!
Wobei ich ja sagen muss – auch jetzt noch habe ich ein echt gutes Körpergefühl – ich wird nie vergessen, wie mal eine Physio anerkennend meinte: “Wie lange bekommen Sie schon Kortison? Also, dass Sie Hochleistungssport machen merkt man. Sie haben wirklich ein sehr gutes Körpergefühl und kippen kaum weg.”
Ich weiß gar nicht mal mehr, was genau ich da jetzt eigentlich, neben Gleichgewicht, noch gemacht habe .. Ich weiß nur noch, dass sie genau das so sagte und ich stolz wie Bolle war xD und mich voll gefreut hab – auch wenn man das mir vllt nicht angesehen hat, weil ich sie nur blöde angeglotzt hab und meinte: “Okay, cool. Dann kann ich ja jetzt wieder heim.” – was ich natürlich nicht konnte, ich war damals wegen Entzündung im Krankenhaus stationär und wurde noch behandelt.
War ich da 18, 19 oder 20? Ich weiß auch das nicht mehr genau. Es ist zumindest schon einige Jahre her.
Mittlerweile sind die Jahre vergangen und mit ihnen mein jugendlicher und freier Geist, glaub ich manchmal. Und vielleicht ist das auch so.
Und mein Körpergefühl habe ich nie so wirklich ganz verloren – ich bin tatsächlich nur 2 x gefallen. Einmal wegen der nich ansteuerbaren Muskeln in beiden Oberschenkeln, unterem Rücken und Bauch und einmal wegen dem wackeligen Bild vor Augen, die mein Kopf irgendwann nicht mehr verarbeiten konnte – bei beiden Malen habe ich mich nicht wehgetan, was man darauf zurückführen kann, dass ich weiß wie man richtig fällt – weil ich gelernt hab, wie man richtig fällt.
Ich hab gelernt wie man richtig fällt und danach unbeschadet und schnell wieder steht, wie ich gelernt habe, wie man richtig in die Verteidigung geht und mit Armen und Beinen blockt so wie man in den Angriff geht und sowohl mir Händen und Beinen “zuschlägt” ohne den Schutz zu vernachlässigen.
Ich weiß wie man kämpft, dabei gewinnt oder verliert, ob körperlich oder seelisch is egal.
Was ich aber nie gelernt habe ist das Aufgeben. Gut oder schlecht?
Was auch immer es ist, es interessiert mich ohnehin nicht.
Was mich aber seit einigen Tagen interessiert ist die Frage, ob ich allergisch bin?

Mir ist aufgefallen, dass ich seit einigen Jahren um die Zeit IMMER wenn ich draußen bin oder das Fenster geöffnet habe ich Niesattacken, verstopfte und/oder eine laufende Nase habe, manchmal juckende oder tränende Augen, ab und an mal auch brennende, mich hin und wieder leicht fiebrig fühle, mich ziemlich matt und müde fühle, öfter Kopfschmerzen habe und manchmal auf etwas schwerer Luft bekomme. Alles in allem fühle ich mich Ettapenweise so, als hätte ich einen leichten grippalen Infekt. Dachte anfangs immer, ich werde immer wieder von anderen mit ihren Seuchen angesteckt (selbst wenn sie augenscheinlich keine hatten).. aber wenn ich drin bleibe und dabei das Fenster geschlossen halte, ist das nicht so. Deswegen beschleicht mich doch mittlerweile die eher Vermutung, dass ich auf irgendwelche Pollen oder Gräser allergisch reagiere.
Gerade heute Vormittag machte ich einen Wahrscheinlichkeitstest auf Allergie, weil ich das Fenster aufhatte und das alles wieder anfing und da kam mit 11 von 12 Punkten: sehr Wahrscheinlich raus – also sollte ich vllt mal zum Arzt gehen und das checken lassen? Müsste da ja ohnehin mal wieder hin ^^’
Corona hat die ganze Planung durcheinander gebracht Oo

Mann, Mann, Mann

Und hier steh‘ ich

Es ist die Melodie des Regens. Wie er auf die Häuserdächer, die Kopfsteinpflaster und gegen das ein oder andere Fenster prasselt. Die Luft richt so reingewaschen und sauber, etwas kühler als die letzten Tage – das mag ich.
Ich mag den Regen, seine Melodie und die Luft.
Saubergewaschen. Ich bin so gern im Regen spazieren gegangen, saß irgendwo im Schutz der Häserreihen, um den Wasserspiel der Natur einfach zuzusehen und zuzuhören. Auch gern mittendrin.
Heute mache ich nur Übungen, dehne mich und löse die Blockade im Sprunggelenk, während ich den Regen zuhöre und ab und an mal raussehe.

Ein bisschen fühle ich mich wie ein Kind, das Hausarrest hat. Ich hatte nie Hausarrest und wusste bis vor einigen Jahren nicht, wie sich so was anfühlt. Hausarrest. Wenn man vorm Fenster steht und der Menschheit beim Leben leben zusehen muss, aber nicht dabei sein darf.
Ich kannte das nicht. Ich wusste nie wie es ist, wenn man nicht raus darf aber raus wollte. Ich konnte immer raus, wenn ich wollte – und wenn ich übers Fenster aus- und eingestiegen bin.
Ich ließ mir von niemanden was verbieten und nahm dafür so ziemlich jede Konsequenz gern in kauf.
Ich konnte und kann die Konsequenzen meiner Taten immer tragen und trug sie auch ohne mich darüber zu beschweren.
Außer diese hier.
Diese hier scheint mir manchmal so viel zu schwer und viel zu oft kommt mir der bedauerliche Gedanke, dass ich doch für vieles was passiert war doch noch viel, viel zu jung war.
Viel zu jung für vieles – als ob es eine Rolle spielt, wie alt man ist, wenn die Scheiße rollt und einen unter sich begräbt.
Zu jung, für alles was passiert ist. In Scheiße geboren, leben und sicher auch sterben, war meine Prophezeiung für mich, mit zarten 19 manchmal, wenn ich zu besoffen war und morgens nachhause torkelte. – Sogar dafür zu jung.
Ich wusste sogar insgeheim immer, wenn ich zu viel gesoffen hab: selbst dafür bin ich noch zu jung.

Irgendwas in mir sagte immer mal wieder zu mir: gib dich nicht auf, du hast doch dein ganzes Leben noch vor dir.
Und ein anderer Teil sagte dann: scheiß auf Leben, wir sterben eh irgendwann alle.

Hausarrest kannte ich nie, ich tat was ich wollte, egal wie und egal um welchen Preis.
Ich war immer nur gefangen in meiner Seele, in meinem Kopf, in Erinnerungen und Ängsten, in tiefer Trauer darüber, wie kaputt ich genaugenommen bin.
Ich war immer gefangen darin nie werden zu wollen wie er war und hab dabei nicht mal mitbekommen, dass ich irgendwie schon wurde wie er.
Ich war gefangen in mir selber und der Hoffnung, dass es irgendwann besser wird.

Nur heute und in den letzten Jahren immer mal, lernte ich das Gefühl kennen, dass so oder so ähnlich wohl ist, wenn man Hausarrest hat.Wenn man nicht mehr rauskommt, egal wie. Wenn man nicht mitleben darf, obwohl man doch so gern will und allen anderen zusehen MUSS.

Und als ich das Fenster öffne, um die feuchte und kühle Luft tief einzuatmen, lehne ich mich auf die Unterarme vor und schau in den wolkenverhangenen Himmel hoch. In den Himmel, der auf diese Stadt hier herabweint, auf das Haus, in dem ich wohne, auf meine Seele und weiß eigentlich gar nicht, was ich denke, nur dass ich mich irgendwie traurig fühle.
Vielleicht traurig darüber, dass ich immer viel zu jung war und mittlerweile schon viel zu alt bin.
Und irgendwas in mir ist sich auch nach knappen 8 Jahren noch sicher: ich komm zurück. Irgendwann.
Irgendwann bin ich wieder da, mitten im Leben, lass mir nichts sagen, mach was ich will und kann die Konsequenzen meiner Taten tragen.
Ich komm wieder und werde besser als früher sein.

Und wenn nicht, dann hab ich es zumindest versucht.

3 coole Sachen..

.. für mich ^^

Ich will wieder auf Festivals xD

Und ich will wieder auf Konzerte – ich will wieder VIEL und ganz vorne steht: endlich wieder FREI gehen.
Ich geb mich auch erstmal mit langsam zufrieden -erstmal zumindest.

H. freut sich auf sein Bild, is auch bald fertig.

Vor einigen Wochen träumte ich von meinen Feuermelder und zwar ging er los und ich war genervt von ihm und machte ihn also aus. Es war wohl ein Fehlalarm oder so, das war für mich im Traum ganz klar. – Lustig find ich hier: selbst im Traum bin ich von fast allem genervt, das MEINE RUHE stört :’D

Vorgestern reichte mein Bruder mir die Hände und lief Rückwärts, wärend ich vorwärts lief und freute sich: “Wow! Gut!!”
Und weil ich auf den Boden sah, damit ich saß ob mir irgendwas als ‘Hindernis’ vor den Füßen liegt, sah ich dann auf und sah in ein Grinsendes, freudiges Gesicht, weswegen ich selbst grinsen musste. Dann hob ich leiht die Hände von seinen ab, nur wenige cm, damit ich mich oder er mich wieder festhalten konnte, falls es doch problematisch werden sollte – und liefen weiter bis zur Matte.
Und er sagte wieder freudig und bis über beide Ohren grinsend: “WOW! Du hast deinen Fuß voll gut abgerollt! Und du bist GANZ ALLEINE gelaufen1”
Ich wusste lachen: “Ja, ich weiß – geil ne?”
Noch eine Herausforderung und ein Test meinerseits in seinem Beisein war: knien.
Und zwar so knien, dass das Gewicht, neben den Knien, auf den Zehen ist und ich also auf den Fersen setze.
Das ging die ganze Zeit nicht weil dabei immer der rechte Fuß nach rechts weggekippt ist.
– diesmal gings und das erste was ich laut sagte war: “Boah, geil! Jetzt kann ich die Faszien in den Fußsohlen auch lockern!!”

Die Nacht auf heute träumte ich davon den ganzen Traum über benommen zu sein – so benommen wie ich das unter diversen Entzündungen kannte immer.
Und im Traum fühlte ich mich ca. genauso benommen und wurde von eben dieser auch ‘Schachmatt’ gelegt – verlor also das Bewusstsein, ohne das Bewusstsein zu verlieren – ganz merkwürdig.
Dadurch gings mir aber nicht schlecht oder so. Weiß nich mehr genau, war aber irgendwie interessant, weil es sich real angefühlt hat.
Und nich irgendwas mit kleinen Kartons in denen irgendwas drin war Oo

Als ich aufwachte wusste ich davon erstmal nichts mehr. Die Erinnerung an die Träume kam erst ca ‘ne halbe Std nachdem ich aufgewacht war wieder.

Noch was ziemlich cooles: und zwar habe ich hier ja fast überall nur Fliesen und keinen Teppich und meine Füße und Beine sind seit einigen Jahren äußerst kälteempfindlich – was ganz schlimm für mich war, weil ich so ‘n Mensch war, der zuhause fast nur barfuss rumgelaufen is. Seit einigen Jahren ging das gar nich mehr. Sobald was kaltes / kühles (auch Wasser) an meine Füße kam, krampfe das ganze Bein und zog sich im Reflex von dem Gegenstand (oder dem Wasser) zurück. (Und ich red nich von eiskalt oder so) – selbst lauwarm war für mich unmöglich.
Ich hab hier immer mal barfuss ausprobiert aber NO WAY – ging gar nich. Habs trotzdem immer mal versucht.
Und heute?
Heute hab ich es auch mal versucht – hab eigentlich damit gerechnet, dass mein Bein, wie üblich, reflexartig hochschnellt, als würde ich in heiße Glut trete.
Aber das passierte nich. Ich fühlte zwar, dass die Fliesen kalt sind, weil sie immer kalt sind.. Aber ich konnte meinen kompletten Fuß aufsetzen ohne dass nur ein einziger Muskel irgendeine untypische Reaktion zeigte. Sie standen nicht einmal unter leichter Daueranspannung. Nichts.
Meine Füße und deren Nerven schienen total cool mit den sonst so verhassten Fliesen.
Und ich muss schon sagen: das sind doch mal echte Fortschritte :D

Abgesehen davon regnets und die Luft riecht so endgeil – ICH LIEBE ES!!
Und: an jeder Ecke findet man Identifikationsopfer mit oder ohne nennenswerte Pseudostörungen – das ist wirklich außerordentlich reflektiert xD

Guten Tag

schöner Anfang

Kurz nach 6 Uhr aufwachen, sehen, wie die Sonne die Außenfassade des gegenüberliegenden Gebäudes in Gold taucht, zu hören wie die Vögel auch heute wieder um die Wette singen und die kühle und frische Luft auf der Haut zu spüren und tief in den Lungen – bei -1 °C schon eigentlich kalt – is schön.
Dann direkt aufstehen für den Teig der Pizza für heute Abend.
So hab ich den Tag auch noch nie begonnen.
Wenn man mal die letzte Woche außen vor lässt – denn da bin ich, bedingt durch Seelendrama, einfach liegen geblieben und immer wieder bis maximal 10 Uhr eingeschlafen – beginnen meine Tage seit einigen Monaten wirklich schön. Schöner als früher. Wenn früher mal so 3 -4 Tage am Stück ein schön beginnender Tag war, war oft immer im Laufe des Tages irgendwas, weswegen der Tag für mich nicht mehr ‘schön’ war. Die letzten Monate (außer die letzte Woche) hat mein Tag schon wirklich schön gestartet.
Für mich ist ein schöner start früh wach zu werden (ohne Wecker oder so). Einfach früh von ganz alleine aufzuwachen, so aufzuwachen, dass ich die Sonne Sehe, die Vögel höre und diese Luft am morgen riechen und auf der Haut spüren kann.
Früher war das Erste was ich dann gemacht habe, mir Musik in den Ohren ‘ne Runde draußen laufen oder wenigstens spazieren zu gehen und dann (vllt xD) zu frühstücken.
Ich glaube immer zu frühstücken wäre besser gewesen. Wann das generell aufgehört hat eine regelmäßige Routine zu sein, weiß ich gar nicht mehr wirklich.
Ich weiß nur dass es irgendwann aufgehört hat und ich immer nur wieder ein paar Wochen oder 1-2 Monate wieder anfing es zur Routine werden zu lassen und spätestens dann nach durchzechten Nächten mit Freunden wieder unbedacht beendet wurde. Diese Nächte voll Alk und so, waaren dan meistens länger am Stück und es war anfangs auch immer wieder ganz lustig, bis es mich genervt hat.
Aber mir fällt gerade heute auf, dass “ganz lustig” nicht gleich “schön” bedeutet.
“Ganz lustig” darf zwar gerne immer wieder Mal die Ausnahme sein, die die Regel “schön” bestätigt aber mehr auch nicht. 1-2 Tage und keine 5 Wochen am Stück, dann 3 Tage “normal”, gefolgt von 3 Monaten Katastrophe um fast ne Woche voll im Arsch zu sein und dann mal für ein paar Wochen oder Monaten wieder die Kurve zu bekommen und den ganzen Scheiß von vorn anzufangen.
Ich weiß gar nicht was in meinem Hirn los war. Kann man das noch auf Pubertät schieben, wo der Präfrontale Cortex? ^^‘
Aber so wirklich darauf schieben kann ich das ja nun nicht, ich hab so was noch mit 23-24 gemacht :’D – Wahrscheinlich brauch mein Frontallappen einfach länger xD
Aber eigentlich bin ich ja erst 8 – also ja.. Eine wirklich schwierige und komplizierte Angelegenheit das herauszufinden. Also lass ich das jetzt einfach mal so stehen.
Ich weiß nicht wirklich was mich dazu geleitet hat – und irgendwie mittlerweile schon, wenn ich gewisse Lebensabschnitte rückblickend betrachte.
Ich kann ahnen, auch wenn ich das damals nicht mal sehen konnte, warum ich mich genau daran und nicht an der ‘gesunden’ Alternative :’D festgehalten habe.
Nicht weils so ‘lustig’ war und ich dachte nur deswegen ist das so – und es war wirklich ziemlich oft verdammt lustig -. Ich brauchte oft diese Form der Ablenkung. Und es ist jetzt nicht so, als ob ich nicht auf ‘Alleinsein’ klar käme… gib mir n Stift und Papier, n Buch oder ne CD und du kannst mich für den Rest meines Lebens aus der Welt aussperren – das kümmert mich nicht.
Schwierig wird wenn Gefühle oder gewisse Gedanken/Erinnerungen kommen.
Und bevor ich heule oder ‘leide’ will ich lachen oder alles in Hass zerschlagen.
Ich will nicht mal vor mir selbst weinen. Ich vermeide jede Träne, als sei sie mein persönliches Gift. Auch das Endresultat der Vergangenheit.
Statt weinen (wegen was auch immer), nach außen in die Welt und Spaß haben, ablenken und sollte das nicht gehen und je nach Stärke, ausrasten oder über Monate in Wut fallen und darin ersaufen oder sich komplett zurückziehen, für länger um das zu verfolgen, was mir was gibt – als so auch ablenken – mich mit Bildern beschäftigen, die ich mache, Büchern oder Musik – das kann ich gut und mach ich am Liebsten, denn es gibt mir viel.
Sicherheit, eine Art Ausgleich und Kontakt zu mir – nur anders. Es ist eine Form der Entspannung oder gar Meditation für mich.

Ich glaube ich habe jetzt eine wirklich andere Art mich an mich selbst heranzutasten. In meinem Tempo und dazu gehört es auch, dass der Tag schön beginnt. Dass nichts mehr am Tag passiert, das mich irgendwie aus der Bahn wirft und falls doch, ich jetzt scheinbar irgendwie weiß, wie ich es auflösen kann, was in mir entsteht.
Und dann ist es weg, als wärs nie da gewesen.
Für mich ist das tatsächlich wie Magie. Ich mag Magie. Ich mag das Phantastische in der Welt, im Leben, in der Zeit und im Menschen selbst. Alles kleine Wunder für mich.
Ich mag mein Leben eigentlich, das fällt mir an Tagen wie heute immer wieder auf. Vergangenes war durchaus nich so cool aber übers Knie gebrochen ist das Leben schön. Is mein Leben schön – auch als neuerrungener Spast, nach einer anderen Art von persönlicher ‘Hölle’.

Ich hatte nie was gegen das Leben oder gegen Menschen, ich hatte was gegen das, was passiert ist durch oder mit Menschen – speziell in meinem eigenem Leben und dadurch immer wieder auch mit mir.

Und ich war gestern noch so enttäuscht von mir selbst und dem Tag, weil ich ‘wieder mal’ (seit einer Woche etwa) nichts an keinem Bild gemacht habe, außer etwas in die Grundierte Leinwand für H. etwas leicht eingezeichnet.
Für mich war/ist so etwas immer Verschwendung meiner so ‘kostbaren’ Zeit, wenn ich so fast gar nichts tue.
Wenn ich zu erschlagen für den Tag bin um überhaupt etwas zu bewerkstelligen.
Aber eigentlich hab ich meine Zeit gar nicht verschwendet.
Das weiß ich heute wieder, wo der Tag wieder schön anfängt. Verrückt.