Wunderfinder

Und es war 8 Uhr morgens, als sie an meiner Tür klingelte und ich mit Kaffee im Mund und in der Tasse in meine Hand, ihr öffnete und sie irritiert ansah, erstmal sacken musste, wen ich da um die Zeit sah.
Und sie grinste mich verschämt an: “Morgen, schon gegessen?”
Ich hatte eine Augenbraue gehoben und den Kaffee in meinen Mund geschluckt aber nicht geantwortet und sie trällerte weiter: “Wenn du schon was gegessen hast heul ich.”
“Nein ich hab noch nichts gegessen – was willst du hier?”, ich war damals schon wirklich unglaublich Freundlich..
Und sie Strahlte und hielt Tüten hoch: “OH TOLL!! Ich hab uns frühstück mitgebracht, lass uns frühstücken!”
Und ich sh sie einen Moment einfach nur an, mit der Tasse in der Hand und einer an der Tür und sie stand einfach nur vor der Tür, bewegungslos und grinste mich verschmitzt an.
“Na dann.. komm rein.”, bot ich an und sie Schlüpfte unter meinen Arm nach drinnen, damit ich die Tür schließen konnte.
Sie hatte Brötchen mitgebracht, Käse und Wurst und Hack vom Metzger, Eier, Speck und frische Champignons.
“Butter hast du oder?!”
“Äh.. Ja?”, sah ich sie veriwrrt an, als sie auspackte.
“’ne Pfanne auch?”
Ich lies die Tasse fassungslos sinken über diese Frage, weil die genauso dämlich is, wie die Frage, ob man denn ein Klo hat und ich mir denke – ’ne, ich piss vor die Tür wtf? – und sagte trocken: “Also… da müsst ich jetzt schauen, kA ob ich so was hab ..”
Sie machte Spiegeleier mit Speck und Zwiebeln und verkündete ganz Stolz: “Wenn ich nich besoffen bin, dann kann ich was – oder?”
Du ich musste Schmunzeln.

Es war ca. wie die Treffen an den Teichen im Sommer um zusammen einfach abzuhängen, zu lesen und uns irgendwann mit Sekt in der Sonne bei 30 Grad abzuschießen.

Das war wie mit Marvin und Thilo damals zu kochen, Fleisch mit Bratkartoffeln in Ei überbacken, weil warum nicht.

Was ist nur aus diesen Menschen geworden, frag ich mich manchmal und schlussfolgere dann für mich… wir habe’s übertrieben..
Wir haben’s einfach übertrieben und uns alle in gegensätzliche Richtungen entwickelt. Und die Meisten von ihnen noch dazu zu größeren Versagern und Waschlappen als ich mich.

Und beim Zähneputzen verlagere ich mein Gewicht abwechselnd auf das eine und dann das andere Bein und achte darauf dass ich gerade stehe, mache immer mal leichte Kniebeugen um meine Kniekehlen zu särken und schau mich an und denk mir etwas zerknittert, dass ich abgenommen hab, dass ich wirklich mehr essen muss wieder, zieh den einen Pulli an, den mir meine Freundin zu Weihnachten geschenkt hat und fühl mich direkt wohl drin.

Eigentlich wollt ich viel machen, aber es ist so dunkel und ich so müde.

“Warst du im Kampf eher offensiv oder defensiv”, hatte sie mich vor einigen Tagen gefragt und ich mit: “sowohl als auch.”, geantwortet und denke heute noch drüber nach, ob diese Antwort stimmt. Aber tatsächlich war beides gleichermaßen ausgeprägt und es eher emotions- und situationsabhängig was davon eher überwog.

Ich war immer der, der eher ausweicht als blockiert und wenn er mal blocken muss, die Kraft des Gegners zu seiner machte, der, der immer dann, wenn er sie Chance sah, in die Offensive ging und wenn es zu ‘gefährlich’ war in der Defensive ging und den Gegner auf Abstand hielt, eher lieber auswich, als blockte, aber wenn, dann die Kraft des Gegners nutzte.
Der, der in der Fuß- und Beinarbeit sehr viel besser war als in der Hand- und Armarbeit. Mehr Sprung- und Trittkraft als Griff- und Armkraft hatte. Mein Vorteil war immer die Wendigkeit, nicht mal zwingend die Schnelligkeit.
Ich bin der, der auslotet und analysiert, der Schwachstellen seines Gegners gesucht hat um, wenn er In den Angriff geht, schnell und präzise den anderen ins K.O. zu schicken oder, sobald er angegriffen wird, skrupellos und gnadenlos sein kann.
Ich war selten der, der als Erstes angreift, eher der, der reagiert, weil das Reagieren eher meine Stärke war, als das direkte Agieren.
Ich Schlage zu, wenn ich Schwachstellen erkannt hab, ‘ne Lücke im Schutz, eine Unbedachtheit und so, es sei denn ich war selbst Sicher genug, weil das Gegenüber unaufmerksam ist.

Meine Beinarbeit war meistens meine Rettung und meine Wendigkeit – ich war zwar schnell, aber andere waren manchmal einfach schneller. Ich hatte Kraft, aber war nie der ‘Stärkste’ … ich war nur der taktisch Klügste, der wendiger war und eine bessere Beinarbeit wie selten eine Lücke in der eigenen Abwehr und im Schutz hatte und sich zu Nutzen machte in Momenten anzugreifen, in denen man nicht damit rechnet.

Und ich hab heute nichts gemacht, ein wenig weiter gezeichnet, nachgedacht und Musik gehört.

Und ich muss wieder zunehmen, muss mit den Flohsamenschalen wieder anfangen, muss wieder meht Übungen machen, für meine Muskeln, muss wieder mehr schlafen, weniger nachdenken.

Vllt schaff ichs morgen, eine Leinwand zu grundieren, denk ich mir.
Vielleicht auch nicht.

wp-1578147341221.jpg

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s